Bauernkriegsmaschine ist eine medienarchäologische Versuchsanordnung, die die Geschichte des Salzburger Bauernkriegs von 1525/26 spekulativ neu schreibt: Was wäre gewesen, wenn die Aufständischen bereits über eine eigene, überlegene Medieninfrastruktur verfügt hätten?
Die Installation rekonstruiert eine fiktive, aber technisch plausible Technologie der frühen Neuzeit, ein alternatives Kommunikationsmittel der Rebellion. Im Begleittext zu seinem Kunstwerk „The Edison Effect“ (1993) schreibt Paul DeMarinis über die Erfindung des Phonographen: „Die Erfindung oder vielmehr die Entdeckung der Tonaufzeichnung und -wiedergabe durch Edison war für die ganze Welt ein Schock, einschließlich des Erfinders selbst. [...] Die Sprechmaschine war eine einfache mechanische Vorrichtung, die schon mehrere Jahrhunderte zuvor hätte gebaut werden können, rechtzeitig, um Bach und Mozart zu internationalem Ruhm zu verhelfen.“ In Analogie zu dieser Überlegung entwickelt Bauernkriegsmaschine ein geheimes, elektrisches Nachrichtensystem des frühen 16. Jahrhunderts und zeigt dabei, wie sehr der Ausgang gesellschaftlicher Konflikte auch von der Verfügbarkeit von Informationstechnologie abhängt.
Eröffnung am Freitag, 8. Mai 2026, 19 Uhr
Einführende Worte: Katja Mittendorfer-Oppolzer, Kuratorin am Salzburg Museum
Ausstellungsdauer: bis 31. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Juli, August, September: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr | Mai, Juni, Oktober: Donnerstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr | Kassaschluss jeweils 16 Uhr
Dieses Projekt ist eines von vier Ergebnissen der Landesausschreibung "SIMULTAN. Zeitgenössische Kunstproduktion in Salzburgs Regionalmuseen". Unter dem Motto SIMULTAN wurden Künstler:innen aus allen Sparten eingeladen, sich mit dem Generalthema „500 Jahre Bauernkrieg“ auseinanderzusetzen, aktuelle Fragestellungen aus der Perspektive der Gegenwart aufzugreifen, auf Sammlungsbestände einzugehen und sich mit den Standorten der Regionalmuseen zu verbinden. Nach den realen Präsentationen in den Museen folgen digitale Rundgänge auf den jeweiligen Homepages. Mehr dazu erfahren Sie unter: https://www.periscope.at/