Ein Wir für morgen: Festakt zu 100 Jahren Salzburger Volkskultur

erstellt am 20.10.2026
Salzburger Volkskultur

Ein Wir für morgen: Festakt zu 100 Jahren Salzburger Volkskultur

Im Carabinierisaal der Residenz feierte die Salzburger Volkskulturein doppeltes Jubiläum: 100 Jahre gelebte Tradition – gemeinsam mit 80 Jahren Referat Volkskultur, kulturelles Erbe und Regionalmuseen. Ein Abend zwischen Gegenwart und Geschichte, getragen von starken Botschaften, einer prägnanten Performance und Auszeichnungen für herausragendes Engagement.

Ein Haus voller Stimmen

Gefeiert wurde am 20. Oktober 2026 in der Salzburger Residenz – mit einem klaren Bekenntnis zu einem Miteinander, das Brücken baut und Identität offen lebt. Getragen von über 60.000 Mitgliedern in rund 1.900 Vereinen verleiht die Salzburger Volkskultur dem volkskulturellen Leben im Land eine gemeinsame Stimme. Als Dach vereint und vertritt sie die sechs eigenständigen Landesverbände – Blasmusik, Chor, Heimatvereine, Museen und Sammlungen, Schützen sowie Volksliedwerk – mit dem Anspruch: vernetzen, stärken, sichtbar machen. Der Verein ist Ansprechpartner für alle Interessierten, bietet Aus- und Weiterbildung, Beratung und Impulse – damit regionale Kulturformen in Salzburg gestützt, dokumentiert, gelebt und erlebbar bleiben.

Performance zwischen Tradition und Heute

Die Performance „Gegenwartsländler & Zukunftsgstanzln“ von Alexandra Maria Seywald setzte den dramaturgischen Bogen. ein Jodler als Leitmotiv, Kontraste und Verdichtungen mit offener Flanke zur Gegenwart. Markant war die Neuinterpretation der Don-Giovanni-Ballszene, in der Menuett, Kontratanz und der schnelle Dreher auf Augenhöhe verschmelzen – eine frühe musikalische Geste für Gleichheit. Akzente setzten das Trio des „Rainermarsches“ in Moll mit neuer Textfassung sowie das eigens komponierte Friedenslied „Mit Dir Sein“. Der gemeinsame Schlussjodler bündelte den Abend in einem kollektiven Klangbild.

Mitwirkende – Stimmen, Saiten, Schritte

Für die musikalische Spannweite sorgten der Salzburger Volksliedchor unter der Leitung von Martin Fuchsberger, die Schallmooser Buam, die ALMA DENO Connection um Alexandra Maria Seywald sowie eine Volkstanzformation unter der Leitung von Roland Weiß.

Festrede – Maß, Werte und Mut

In seiner Festrede „Ein Wir für morgen“ stellte Michael Seywald das Gemeinsame ins Zentrum: Volkskultur ist Wir. An der Don-Giovanni-Ballszene machte er das Zusammenspiel von Hof- und Volkskultur hörbar – Hierarchien werden relativiert, das Gemeinsame gestärkt. Volkskultur verbindet Generationen und Kulturen, gibt Orientierung „nah am Leben“ und ist Auftrag: Vielfalt bewahren, Ehrenamt stärken, Betroffene zu Beteiligten machen – mit Mut, Zukunft aktiv zu gestalten.

Ehrungen – Engagement, das trägt

Im Mittelpunkt standen Menschen, die mit Können, Ausdauer und Herz für die Salzburger Volkskultur wirken.

  • Landesauszeichnungen: Horst Egger, Alexander Rainer, Hermann Trenker, Anna Haitzmann, Elisabeth Pohl.
  • Volkstanzleistungsabzeichen in Gold: Johannes Schatteiner.
  • Salzburger Blasmusikpreise Stufe I: Trachtenmusikkapelle Hochfeld, Bürgermusikkapelle Saalfelden.
  • Salzburger Blasmusikpreise Stufe II: Trachten- und Schützenmusikkapelle Lessach, Trachtenmusikkapelle Göriach, Trachtenmusikkapelle Niedernsill, Musikkapelle Puch, Trachtenmusikkapelle Unternberg.
  • Volkskulturmedaille in Gold: Berta Wagner, Lucia Luidold, Hans Köhl.

Schlussakkord - Klangvolles Bekenntnis, offener Ausblick

Zum Abschluss erklang die Salzburger Landeshymne, begleitet vom Ensemble der Trachtenmusikkapelle Hochfeld – ein klangvolles Bekenntnis und Auftakt für viele weitere Begegnungen beim anschließenden Empfang. Aus dem Wir von gestern wächst das Wir von morgen.

Und wer Geschichte nachlesen und Einblicke in 100 Jahre gewinnen möchte: Die Jubiläumsbroschüre „100 Jahre Salzburger Volkskultur“ ist im Haus der Volkskulturen erhältlich.

Programm Festrede

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