
(c) Archiv des Salzburger Volksliedwerkes
Referent Wolfgang Dreier-Andres widmete sich im Museumsgespräch vom 25.11.2025 neben der gut aufgearbeiteten Biografie Tobi Reisers, deren Letztstand Johannes Hofingers Historikerbericht zur Tobi-Reiser-Straße darstellt, dem Werk und der Werkrezeption Reisers. Aus musikwissenschaftlicher Sicht wurden vor allem auch Konzepte von Volksmusik im Salzburg der 1930er-Jahre bis in die heutige Zeit hinein kontextualisiert.
Der Vortrag spannte – ausgehend von einem Zitat der Stieftochter Reisers – einen Bogen von Reisers Sozialisation in den 1930er-Jahren über seine Tätigkeiten während der NS-Zeit bis hin zu seinen volksmusikalischen Bildungs-, Vermittlungs- und Darbietungskonzepten in der Nachkriegszeit. Diese wirken, wie der 2025 verstorbene Volksmusikforscher und erste Reiser-Biograf Walter Deutsch 2011 postuliert hat, bis in die heutige Zeit hinein, "auch wenn der Name Tobi Reiser nach und nach im Nebel des Vergessens entschwindet".
Im Fazit und der anschließenden Diskussion unterstrich Dreier-Andres die beiden Kernaussagen, die sich anhand der Person Tobi Reiser ergäben: Einerseits das Lernen aus der NS-Vergangenheit und der Instrumentalisierung von Volksmusik, andererseits die gleichzeitige Akzeptanz des künstlerischen Werkes. Wichtig sei ihm, so Dreier-Andres, dass nicht das eine das andere aufhebe:
Der voll besetzte Lesesaal im Studiengebäude Wissenszentrum Alpenstraße des Salzburg Museum zeugte vom großen Interesse an der Veranstaltung. Das Salzburger Volksliedwerk bedankt sich beim Team des Salzburg Museums für die gute Kooperation, insbesondere bei Barbara Hagen-Walther (Moderation), Cassandra Burgstaller (Organisation vor Ort), Judith Waizenegger (Organisation hinter den Kulissen) und Andreas Zechner (Fotos).
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